Das Leben, Chilis - und welcher Rest?

Das Blog von hjb

Hier geht es hauptsächlich um Chilis. Sollte aus Versehen mal ein anderes Thema dazwischen kommen, hilft die Übersicht rechts vielleicht weiter.

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Sa, 21. Mai 2011

Zurückschneiden

Dieses Jahr (2011) will ich ausprobieren, wie sich gezieltes Zurückschneiden auf Erntezeitpunkt und -menge auswirkt. Da sich Blüten und somit Früchte nur an neuen Trieben bilden, ist bei überwinterten Pflanzen ein Rückschnitt geradezu zwingend. Zudem will man die Geiltriebe loswerden, die sich bei zu wenig Licht bilden. Zurückschneiden sollte zudem den Effekt haben, dass die Pflanze sich stärker verzweigt - und je mehr Zweige, desto mehr neue Triebe, desto mehr Früchte.

Für erste Tests boten sich vier identische Fish Pepper an, die am Südfenster bei knapp 20° überwintern. Alle vier waren nur schwach verzweigt und wiesen erst in ca. 40 cm Höhe Verzweigungen auf. Diese Pflanzen schnitt ich am 2.1.2011 auf vier verschiedene Arten zurück:

  • Pflanze 1 hatte in 40 cm Höhe drei unterschiedlich dicke Äste, wo der Hauptstamm endete. Ich kappte sie auf 30 cm und entfernte alle Blätter und Seitentriebe.
  • Pflanze 2 spaltete sich nur in zwei Äste auf, diese kappte ich schon bei 20 cm und entfernte alle Blätter und Seitentriebe.
  • Pflanze 3 spaltete sich in drei Äste auf, wovon ich den schwächsten ganz entfernte. Die anderen beiden verzweigten sich weiter, diese stutzte ich so, dass acht Stümpfe bzw. vier Knoten übrig blieben, an denen weiteres Wachstum stattfinden kann. Alle anderen Blätter und Seitentriebe habe ich entfernt.
  • Pflanze 4 behandelte ich ähnlich wie Pflanze 3, ließ aber nur vier Stümpfe bzw. zwei Knoten stehen.

Die Pflanzen wurden später ans Nordfenster verlegt, da das Südfenster für die neue Anzucht benötigt wurde. Mitte Mai war die Situation an den Pflanzen folgende:

  • Pflanze 1 trieb zwei größere und mehrere kleine Seitentriebe aus, wobei vor allem ein Trieb, der in 25 cm Höhe ansetzt, sehr stark verzweigt ist. Es sind zahlreiche Blüten vorhanden. Höhe ca. 60 cm.
  • Pflanze 2 entwickelte drei neue Zweige, die aber derzeit noch unverzweigt und blütenlos sind. Höhe ca. 35 cm.
  • Pflanze 3 ist genauso groß wie 1, aber nur aus zwei der vier verbliebenen Knoten entwickelte sich ein neuer Trieb. Hauptsächlich kam das Wachstum von zwei neuen Ästen. Zahlreiche Blüten.
  • Pflanze 4 bildete neue Zweige am Stamm, an den gestutzten Knoten kam kein Trieb mehr. Höhe ca. 40 cm, es bildeten sich früh drei Früchte, aktuell aber keine Blüten mehr.

Alle neuen Zweige streben stark nach oben. Zusammenfassend kann man sagen, dass ein radikales Kappen gut ist, wenn die Pflanze einen hohen und kräftigen Stamm hat. Das Stehenlassen von Zweigen bringt gar nichts. Der Unterschied zwischen Pflanze 3 und 4 verwundert zunächst, aber Pflanze 3 war etwas höher und hat einen deutlich stärkeren Stamm als 4.

Nachträglich entdeckte ich noch, dass eine der Pflanzen zu einer anderen Sorte gehörte, also nicht direkt vergleichbar ist.