
Vorwort
Im September 2000 legte ich mir eine Digitalkamera zu, die Kodak DC 280.
Die technischen Daten: 3 Megapixel, Auflösung in 2 Stufen wählbar
(1760x1168 und 880x584), Bildqualität in 3 Stufen wählbar, Zoom (2x),
Steckplatz für eine CompactFlash-Speicherkarte, Anschlüsse für seriell, USB
und direkten Video-Ausgang, 4 Batterien/Akkus Größe AA.
Da ich bisher nie eine Kamera besessen habe, war es eine völlig neue Erfahrung
für mich. Nachfolgend einige Stichpunkte zur Technik und den Möglichkeiten
der Kamera sowie zum Umgang mit den gewonnenen Bildern.
Technische Details
- Auflösung: 3 Megapixel genügen, um selbst Bilder in der Größe 10x15 in
optimaler Größe drucken oder entwickeln lassen zu können.
- Bildqualität: Bildschärfe und Farbtreue der Kodak DC280 sind umwerfend.
Auf diese Punkte muß man beim Kauf besonders achten, denn es gibt Kameras,
die ausgesprochen farbstichige Bilder liefern. Am besten liest man einige Tests
in Fachzeitschriften oder hört sich um.
- Bildgröße: Die wählbare Auflösung ist nur dann interessant, wenn man wenig
Speicherkapazität hat. Bei den heutigen Speicherpreisen
wählt man immer die höchste Auflösung und Qualitätsstufe.
Verkleinern kann man die Bilder auf dem Rechner immer noch.
- Zoom: Ein Zweifachzoom bringt nicht viel. Bei einem Neukauf würde ich
darauf achten, daß der Zoom mindestens 4-fach ist oder ein Zoom-Objektiv
aufgesteckt werden kann. Der Software-Zoom bringt überhaupt nichts, das kann
jedes Bildverarbeitungsprogramm auf dem PC auch.
- Belichtung: Die Belichtung kann man einstellen (etwas umständlich und
stromfressend über das Menü). Damit sind sogar Nachtaufnahmen möglich.
- Speicher: Es gibt einen Slot für das CompactFlash-Format. Die mitgelieferte
Karte von 8 MB war schnell ausgereizt. Heute sind 128 MB und mehr preiswert
(weniger als 50 Cent/MB) zu haben, was für 200 Bilder auf der Karte
reicht. Man muß von durchschnittlich 0,5 MB pro Bild in der höchsten
Qualitätsstufe ausgehen.
- Akkus: Das AA-Format ist zwar relativ groß, aber günstig zu haben.
Man sollte Kapazitäten von 1600 mAh aufwärts verwenden. Die mitgelieferten Akkus
haben genau diese Kapazität.
- Netzteil: Eine Möglichkeit zum Anschluß eines Netzteils sollte man haben.
Damit schont man die Akkus, was besonders bei intensiver Benutzung wichtig
ist, da die Akkus eine recht lange Ladezeit haben.
- Display: Eher unwichtig. Mit dem Display kann man genauer festlegen,
was aufs Bild kommt, daher sollte man es nutzen, wenn möglich. In südlichen
Ländern ist es wegen der Helligkeit der Umgebung nutzlos.
- Anschluß seriell: Gute Sache zum Anschluß an alte Rechner, aber sehr
langsam.
- Anschluß USB: Ein Muß. Die Alternative ist FireWire, doch muß man dafür
einen Anschuß im Rechner haben. Die meisten PCs haben nur USB. FireWire ist
technisch besser, doch mittlerweile ist USB 2.0 auf dem Markt, und wenn
Firewire nicht schleunigst mit nochmals erhöhter Geschwindigkeit nachzieht,
wird USB die Oberhand gewinnen.
- Video-Ausgang: Sollte man haben.
- Nahaufnahmen: Ein nettes Feature, doch muß man darauf achten, daß man
nicht zu nahe am Objekt ist, sonst wird das Bild unscharf.
- Reinigung: Das Objektiv wird recht schnell durch Fingerabdrücke oder
Rückstände von Regentropfen verunreinigt.
Kleine Verunreinigungen auf dem Objektiv sind auf den Bildern
nicht sichtbar. Doch ist es natürlich besser, Verunreinigungen möglichst
zu entfernen. Ein Brillenputztuch ist ziemlich optimal.
- Kamera-Tasche: Sollte man auf jeden Fall haben, damit das Zubehör
zusammen bleibt. Ob es eine vom Hersteller der Kamera ist oder eine andere,
dürfte wohl keine Rolle spielen.
- Nachbearbeitung: Unter Linux ist GIMP die erste Wahl, ImageMagick ist
auch hervorragend geeignet. Für proprietäre Programme besteht keinerlei
Bedarf.
CompactFlash oder SmartMedia?
Die Alternativen waren Memory Sticks, CompactFlash und SmartMedia. Memory
Sticks schienen mir zu proprietär und teuer zu sein. SmartMedia ist zwar
verbreitet, soll aber nicht so robust sein wie CompactFlash. CompactFlash
benötigt etwas mehr Platz, da die Karte dicker ist, doch war meine Entscheidung
für CompactFlash richtig. Ich würde heute wieder CompactFlash wählen.
Speichern der Bilder
Die Bilder müssen aus der Kamera geholt werden und landen
dabei zwangsläufig zunächst auf der Festplatte. Ein Backup ist zwingend
erforderlich. Wer durch einen Plattencrash seine ganzen Fotos verliert,
verdient es nicht besser. Für die Organisation der Bilder gibt es eine Menge
Software; die einzige, die ich bisher genutzt habe, ist igal
zum Publizieren von Bildergalerien im Web. Ursprünglich speicherte ich alle
Bilder in einem einzelnen Verzeichnis und gab jedem Bild ein aussagekräftiges
Namens-Prefix (z.B. hjb-geburtstag-20010904). Jetzt lege ich jede Sammlung
von zusammengehörenden Bildern in einem Verzeichnis ab, dessen Name mit dem
Datum beginnt. So habe ich eine chronologische Sammlung, in der die Bilder
leicht wiederzufinden sind.
Gegenlicht
Gegenlicht-Aufnahme des Faro de Maspalomas |
Nachtaufnahme vom Rhein bei Köln-Deutz |
Gegenlicht-Aufnahmen können besonders stimmungsvoll sein. Das Beispiel hier
ist einer meiner am besten gelungenen Versuche. Besondere Tricks waren dabei
nicht im Spiel. Man sollte natürlich nie die Kamera direkt in die Sonne
richten, außer bei Sonnenauf- und Untergang, weil das möglicherweise die
CCD-Zellen schädigt.
Nachtaufnahmen
Nachtaufnahmen sind möglich,
allerdings ist wegen der langen Belichtungszeit auf jeden Fall ein Stativ oder
zumindest eine feste Unterlage nötig. Bei einem Neukauf würde ich auf jeden
Fall auf gute Einstellmöglichkeiten der Belichtung achten.
Wenn das Motiv weiter als 5 m entfernt ist, sollte man den Blitz abschalten,
aber das gilt natürlich auch tagsüber.
Nahaufnahmen
Nahaufnahme eines Honigglases |
Nahaufnahme einer Blüte |
Hier zwei Beispiele von Nahaufnahmen. Meine Kamera verfügt über eine spezielle
Brennweiteneinstellung für Nahaufnahmen, andere haben wahrscheinlich etwas
Vergleichbares. Um das einzigartige Leuchten des Honigs im Glas (links)
halbwegs naturgetreu abzubilden, erhöhte ich bei diesem Bild die
Belichtungsdauer. Zudem war auch der Blitz notwendig, da die Aufnahme an einem
nicht allzu hellen Tag im Zimmer gemacht wurde.
Fokus
Unscharfer Vordergrund |
Der Autofokus ist eine praktische Sache, da man damit fast immer scharfe
Bilder erhält. Will man besondere Effekte mit Unschärfe erzielen, muß man
ihn überlisten. Das geht ganz einfach, man muß nur auf ein Ziel fokussieren,
das in der richtigen Entfernung liegt, dann die Kamera auf das eigentliche
Ziel richten und abdrücken. Das Bild links ist allerdings anders entstanden,
eigentlich rein zufällig. Der Fokus war auf »weit entfernt« eingestellt,
daher sind die Objekte im Hintergrund alle sehr scharf abgebildet. Die
Pflanze im Vordergrund ist dagegen unscharf. Durch die kurze Belichtungdauer
ist das Bild deutlich dunkler als die Realität, und das Resultat ist durchaus
interessant.
Tips
- Aufnahmen aus fahrenden Fahrzeugen heraus sollte man vermeiden. Sie
werden oft unscharf, und oft kommt genau in dem Moment, in dem man abdrückt,
ein Hindernis ins Bild.
- Aufnahmen durch Glas hindurch sind möglich. Man muß dabei auf die
Lichtverhältnisse achten, da es oft zu störenden Reflexionen kommen kann.
Den Blitz sollte man sbschalten, wenn möglich. Er macht die Aufnahme um einiges
schwieriger, aber nicht unmöglich.
Wunschliste für die nächste Kamera
- Fähigkeit zu extremen Makroaufnahmen, um auch kleine Objekte in hoher
Auflösung fotografieren zu können
- freie Einstellung der Belichtungszeit für Nachaufnahmen, zur Aufnahme von
Gewittern etc. und Erzeugung von Effekten
- Optischer Zoom mindestens 10fach oder besser Anschlußmöglichkeit eines
Teleobjektivs
- Möglichkeit, zumindest kurze Videos aufzunehmen, mit Ton
- Hohe Geschwindigkeit: Kurze Auslöseverzögerung, schnelles Fokussieren
(ggf. Vorfokussieren), schnelles Speichern
Ich weiß nicht, ob es diese ideale Kamera schon gibt, aber mal sehen...
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Erstellt von hjb
Letzte Änderung 2004-04-12